DEMENZ

Wenn Vergessen das Leben bestimmt

Der Begriff Demenz steht für eine ganze Gruppe von Erkrankungen, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen überdurchschnittlich nachlässt. Ein typisches Symptom aller Demenzerkrankungen ist im Frühstadium die Vergesslichkeit. Im weiteren Krankheitsverlauf lässt bei Betroffenen häufig auch das Orientierungsvermögen nach. Hinzu kommen Sprachstörungen und Persönlichkeitsveränderungen bis hin zum Verlust jeglicher Alltagskompetenz.

Häufigste Demenz: die Alzheimer-Erkrankung

Medizinisch wird zwischen den primären und sekundären Demenzen unterschieden.

Bei den primären Demenzen liegen neurodegenerative oder vaskuläre Veränderungen im Gehirn vor:

  • Die häufigste neurodegenerative Erkrankung ist die Alzheimer-Demenz, bei der im Gehirn Nervenzellen absterben. Rund 65 Prozent aller (primären und sekundären) Demenz-Erkrankten leiden unter dieser Form.

  • Vaskuläre Demenzen machen fünf Prozent der Krankheitsfälle aus. Sie entstehen durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, etwa nach einem Schlaganfall.

Auch wenn eine exakte prozentuale Aufteilung aufgrund vorkommender Mischformen von Demenz nicht möglich ist: Der Anteil der sekundären Demenzen liegt bei etwa 30 Prozent. Diese Demenzen werden durch nicht-hirnorganische Grunderkrankungen wie etwa Schilddrüsenfehlfunktionen, Diabetes, Depressionen oder chronische Infekte ausgelöst.

Im Gegensatz zu den neurodegenerativen und vaskulären Demenzen sind manche sekundäre Demenzen heilbar, wenn die Grunderkrankung rechtzeitig und erfolgreich behandelt wird. Daher gilt: Je früher die Grunderkrankung exakt diagnostiziert wird, desto größer ist der Behandlungserfolg.

Ursachen einer Demenz sind vielfältig

Das Auftreten einer Demenz hängt von vielen Faktoren ab. Neben genetischen Risikofaktoren spielen auch Faktoren eine Rolle, die durch einen gesunden Lebensstil zumindest positiv beeinflusst werden können. Dazu gehören geistige und körperliche Betätigungen sowie ein normales Gewicht, um die Demenzrisiken in Folge von hohem Blutdruck oder Diabetes zu reduzieren.

In Deutschland leiden rund 1,3 Mio. Menschen an Demenz

Rund 1,3 Millionen vorwiegend ältere und alte Menschen leiden in Deutschland an einer Demenz. Wegen ihrer höheren Lebenserwartung sind 70 Prozent der Betroffenen Frauen und nur 30 Prozent Männer. Die Zahl der Erkrankten nimmt aufgrund der demographischen Veränderung stark zu. Demenzen beginnen in den seltensten Fällen vor dem 65. Lebensjahr. Derzeit leiden in Deutschland - je nach Expertenschätzung - zwischen einem und fünf Prozent der 65- bis 69-Jährigen an einer Demenz. Danach verdoppelt sich die Anzahl der Erkrankten etwa alle fünf Jahre, so dass bei den über 90-Jährigen jeder Dritte betroffen ist.

 

 

Quellen:

  • Demenz-Report 2011 des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung

  • Website: Deutschen Alzheimer Gesellschaft

  • Schneider, Frank: Demenz. Der Ratgeber für Patienten und Angehörige. Verstehen. Therapieren. Begleiten. Herbig Gesundheitsratgeber 2012

 

 

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