Wissenschaft trifft auf...AGE ART

Die Vortragsreihe "AGE ART" verbindet Kunst und Wissenschaft. AGE ART bietet eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen herausragenden Künstlern und Wissenschaftlern. Sie kombiniert wissenschaftliche Vorträge mit musikalischen Darbietungen, Kunstausstellungen, Theater und Film.

Nächste AGE ART: 24. Mai 2019

Altern ist in unserer DNA: Der endliche Faden des Lebens

Die kommende AGE ART gewährt einen interessanten Einblick in die Systeme der Vervielfältigung, in der Kunst wie auch in der Wissenschaft. Björn Schuhmacher wird die DNA, den Träger unserer Erbinformation, der sich bis ins hohe Alter immer wieder selber vervielfältigt, in einem Eröffnungsvortrag untersuchen und zu Sol LeWitts eigener sich selbst vervielfältigender Kunst in Beziehung setzen. Eine 7 Meter lange Wandzeichnung inspiriert von dem berühmten Werk #797 von Sol LeWitt wird im MPI AGE Foyer zu sehen sein.

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Prof. Björn Schumacher leitet seit 2013 das Institut für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung am CECAD Exzellenzcluster für Alternsforschung der Universität zu Köln. Seit 2014 ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Alternsforschung (DGfA).

Sein Forschungsinteresse gilt der Aufklärung der Ursachen des Alterns. Insbesondere untersucht er welche Rolle Schäden an unserer Erbsubstanz, der DNA, im Alterungsprozess und bei der Entstehung von Krankheiten spielen. Diese biologische Grundlagenforschung ist von zentraler Bedeutung, um den Herausforderungen der alternden Gesellschaft zu begegnen.

Dr. Rita Kersting ist stellvertretende Direktorin am Museum Ludwig in Köln. Von 2012 bis 2016 war sie Kuratorin für Contemporary Art am Israel Museum in Jerusalem. Sie ist verantwortlich für zahlreiche Ankäufe, Ausstellungen, Publikationen mit und zu internationalen Künstler*innen.

In ihrem Vortrag widmet sie sich Sol LeWitt und seinem Werk #797. Für Sol LeWitt (1928–2007), den Vorreiter der Konzeptkunst, kann Kunst nur im Kopf des Künstlers existieren, sie muss nicht visuell sichtbar sein. „Umso schöner, wenn LeWitts Wall Drawing #797 nun zur Ausführung kommt: Am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln ist das mächtige und doch sehr feine Werk  zu sehen: ein irreguläres vierfarbiges Lineament aus Vorgabe und  Improvisation, ein nach Handlungsanweisungen ausgeführtes Original“, so Kersting.  

Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind bitten wir Sie sich zu registrieren.

Programm

19-19.20

Begrüßung und Vortrag  von Dr. Rita Kersting "Sol LeWitt - Die Wandzeichnung #797 in Köln"

19.20 - 20.00

Vortrag von Prof. Dr. Björn Schumacher "Altern ist in unserer DNA: Der endliche Faden des Lebens”

20.00 - 20.15Möglichkeit für Fragen
ab 20.15Enthüllung des Kunstwerks und Empfang

Künstler

Benjamin Bohnsack

Benjamin Bohnsack ist bildender Künstler und hat ab 2007 an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Er arbeitet derzeit in den Bereichen Zeichnen und Malen und lebt in Düsseldorf.

Jorge Bouças

Jorge Bouças studierte Biochemie an der Universität Lissabon und wechselte für seine Promotion an die Universität Köln. Während seiner Postdoc-Zeit arbeitete er am Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin und kehrte später nach Köln zurück, wo er heute Leiter der Bioinformatik am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns ist.

Birgit Gerisch

Birgit Gerisch ist Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns. Sie arbeitet in der Abteilung für Molekulare Genetik des Alterns und untersucht den Alterungsprozess des Fadenwurms C. elegans. Sie hat sich im Laufe der Jahre mit künstlerischen Aktivitäten in Verbindung mit Wissenschaft beschäftigt.

Thomas Neumann

Thomas Neumann studierte an der Kunstakademie Düsseldorf am Fachbereich Fotografie, schloss 2004 als Meisterschüler ab und arbeitet seither als Künstler im Bereich Fotografie, Installationen und Video. Er hatte Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. www.neumannthomas.com

Wir danken Sofia LeWitt von der Sol LeWitt Stiftung und Thomas Rieger von der Konrad Fischer Galerie ohne deren Hilfe diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Save the Date

Die nächste AGE ART wird am 27. September 2019 stattfinden.

Age Art - Übersicht

Wissenschaft trifft auf klassische Musik

AGE ART: 14.September 2018

**Bildergalerie weiter unten**

Seit je her inspirieren Wissenschaftler Künstler und umgekehrt. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des MPI AGE veranschaulichte die AGE ART-Veranstaltung am Freitagabend genau das. Wenn die beiden Kulturen der Künste und Wissenschaften zusammenkommen, kann ein wunderbares Ergebnis entstehen.

Der Abend begann nahtlos mit Händels Harfenkonzert, gespielt von der Harfenistin des Gürzenich-Orchesters, Antonia Schreiber. Der deutsche Musiker Händel, der später britischer Staatsbürger wurde, komponierte während der Barockzeit. Das von Frau Schreiber gespielte Stück ist eines seiner wichtigsten Konzerte im Repertoire. Das Publikum war fasziniert vom magischen Klang der Harfe, die den Saal, der normalerweise für Vorträge reserviert war, erfüllte.


Anhand des Titels: "Fasten: das Erwecken der inneren Verjüngung", wussten wir, dass wir gerade erst in ein weiteres faszinierendes Segment der Veranstaltung einsteigen würden. Dr. Valter Longo ist ein preisgekrönter Forscher, der sein Leben dem Studium und dem Verständnis der grundlegenden Mechanismen von Altern, damit assoziierten Krankheiten und Langlebigkeit gewidmet hat. Und er hat mit seinem Vortrag sicherlich nicht enttäuscht. Man hätte eine Nadel fallen hören können, als die Zuhörer fasziniert Dr. Longos eloquenter Darstellung seiner Arbeit lauschten.

Dr. Longo begann mit der Frage: "Wie viele Jahre würden Sie noch leben, wenn zum Beispiel Krebs besiegt werden würde?" Überraschenderweise nur 4-5 Jahre mehr. Dann ging er auf das Kernthema seines Vortrags ein: Intervallfasten und gesundes Altern. Der Vortrag, der sich an die breite Öffentlichkeit richtete, war manchmal unterhaltsam, da er über die Lebensweise berühmter Hundertjähriger sprach, und manchmal faszinierend, vollgepackt mit interessanter Wissenschaft.

Das Q&A bot einen makellosen Einstieg in den nächsten Akt, ein Stück des französischen Komponisten Claude Debussy, das Flötensolo Syrinx. Die Flötistin des Gürzenich-Orchesters Alja Velkaverh erfüllte den Saal erneut mit Musik. Die hinreißende Resonanz des Instruments fühlte sich rau an, als die melismatische Schwingung brillant widerhallte und bis die allerletzte Note in Luft aufgelöst wurde.

Gibt es eine bessere Möglichkeit, das mystische Stück Syrinx weiterzuführen als mit einem Stück des indischen Komponisten Ravi Shankar? Shankar, der oft als Pate der Weltmusik bezeichnet wird, hat eine Reihe von Stücken für westliche Besetzung komponiert, von denen eines L'Aube Enchantee ist. Velkaverh hat festgestellt, dass Shankar 92 Jahre alt wurde und sein Geheimnis wohl eine vegetarische Ernährung und der "Narren" in ihm gewesen sei. Der hypnotische Rhythmus des Stückes, der mit einer ruhigen Melodie einhergeht, fühlte sich sicherlich so an, als ob er dazu bestimmt wäre, den Blutdruck von Stresshormonen zu senken.

Es folgten zwei weitere Stücke als Abschluss des Abends. Ein Trio von Debussy und Ibert's Entr'acte, die beide von den Musikern exquisit geliefert wurden. Sicherlich gab es hier kein Fasten. Die wohlklingende Melodie des Zugabenstücks Carmen erfüllte nicht nur unsere Herzen und Köpfe, sondern hat sicherlich auch unser Leben um einige Jahre bereichert. Der überfüllte Saal mit rund 200 begeisterten Zuschauern applaudierte, bis sich der Vorhang zuzog.

Ein außergewöhnliches Ereignis rundum und ein transformatives Ende des Programms AGE ART 2018!

Age Art: 7.Juni 2018

Das Rezept für ein langes, gesundes Leben: Neugierde, Tatendrang und Kreativität

Man nehme bahnbrechende Wissenschaft und großartige Kunst, vereine es zu einem Event und schon entsteht ein gelungener und ungewöhnlicher Abend, der informiert, berührt, anregt und neue Perspektiven öffnet.

Unter dem Motto „Malerei als Lebenselixier“ fand am 7. Juni 2018 die dritte AGE ART Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns in Kooperation mit dem Museum Ludwig in Köln statt. Die Veranstaltung begann mit einleitenden Worten des Max-Planck Direktors Adam Antebi und einer aufschlußreichen Eröffnungsrede von Dr. Stephan Diederich, Kurator für Moderne Kunst aus dem Museum Ludwig, in der er das Publikum in das kreativen Wirken von Bernard Schultze und seiner Zeitgenossen einführte. Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Prof. Dr. h.c. Christian Haass vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, in dem er Erkenntnisse der Alzheimer-Forschung mit seiner Sammelleidenschaft von Kunst in folgerichtiger Weise verknüpfte.

Herr Haass, der sich seit 30 Jahren der Alzheimerforschung widmet, stellte die Fortschritte aus der Wissenschaft allgemeinverständlich dar und illustrierte seine Erläuterungen dieser schwerwiegenden Krankheit durch Malereien erkrankter Künstler, um einen visuellen und unmittelbaren Einblick in die Wahrnehmung alzheimererkrankter Menschen zu erlauben.
In Ergänzung dazu nahm er aber auch Bezug auf die von Dr. Diederich speziell für diesen Abend sorgsam zusammengestellte Ausstellung mit Kunstwerken von Hans Hartung, Karl Otto Götz und Bernard Schultze, die zu den führenden Vertretern ausdrucksbetonter Abstraktion in Europa gehören, und denen es gelungen ist ihre berufliche Leidenschaft bis ins hohe Alter fortzuführen, und daraus Energie, Glück und Lebensfreude für den Lebensabend zu gewinnen.

Aufgrund seiner Sammelfreude für Kunst und seiner beruflichen Leidenschaft zur Erforschung neurodegenerativer Krankheiten gelang es Prof. Haass auf authentische, persönliche und mitreißende Art und Weise das Publikum sowohl für die ausgestellte Kunst des Abends als auch die Alternsforschung zu begeistern. Darüber hinaus gelang es ihm die Botschaft zu übermitteln, dass trotz bahnbrechender Fortschritte in der Forschung, Neugierde, Tatendrang und Kreativität essenzielle Bestandteile für ein langes, gesundes und glückliches Leben sind.

Wissenschaft trifft Jazz

AGE ART | 24. November 2017 | 19:00 - 21:00

** Eine Bildergalerie des Events finden Sie unten **

Was für ein Abend! Die Mitglieder der WDR-Big Band begeisterten die Besucher des 2. AGE ART Events mit ihrer herausragenden Performance von klassischem und modernem Jazz.

Das Konzert mit dem Titel „Jazz@100“ präsentierte Gedanken über das Vergehen der Zeit und die Herausforderungen eines langen Künstlerlebens. Die Jazz Legenden Gillespie, Fitzgerald und Monk, alle im Jahre 1917 geboren, haben ihren 100. Geburtstag zwar nicht erlebt, waren aber durch ihre Musik im Auditorium lebendig.

Das Programm begann mit dem Stück „Tin Tin Deo“ von Gil Fuller und Chano Pozo in der Version von Dizzy Gillespie, gefolgt von „Blue Skies“ von John Irving und „In Walked Bud“ von Thelonious Sphere Monk.

Um diese Jazzlegenden voll zu würdigen, gab uns John Goldsby eine kurze Präsentation der Künstler in ihren produktiven Jahren, von der Jugend bis ins Alter. Obwohl ihr Leben oft durch unglückliche Umstände verkürzt wurde, erfuhren wir, dass sie doch bis zum Ende sehr produktiv waren.

Nach der Präsentation folgten mehr Klassiker. Mit kurzen Ausschnitten aus Jazz-Meisterwerken konnte jeder Solist die Emotionen der Musik perfekt einfangen. Das Ensemble wärmte das Publikum mit einem Stück von Dizzy Gillespie "I Waited For You" und "Evidence" von Monk auf.

Anschließend hielt Dr. Dario Riccardo Valenzano vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns einen faszinierenden Vortrag über evolutionäre Modelle des Alterns, einschließlich seines Modellorganismus für das Altern, dem afrikanischen türkisfarbenen Prachtgrundkärpfling, auch Killifisch genannt. Sein Vortrag "Wildes Altern: neue Erkenntnisse aus einem kurzlebigen afrikanischen Fisch" umfasste eine Reihe von Themen, darunter einen Blick auf unsere Faszination für die Jugend im Laufe der Jahrhunderte, den Einsatz von Modellorganismen in der Alternsforschung, Demografie der alternden Bevölkerung auf der ganzen Welt und neue Forschungsergebnisse aus seiner Gruppe. Der Vortrag hat sicherlich die Vorstellungskraft dessen geprägt, was die Alternsforschung in Zukunft für eine Verlängerung der gesunden Lebensspanne leisten kann.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte das Jazz Quartett ein von Barnett und Goldsby eigens für den Abend komponiertes Stück „Die Killifisch Suite“.

Um diese Komposition voll zu würdigen, brauchte man nicht nur ein gut gestimmtes „Jazz-Ohr", sondern auch eine lebhafte Fantasie. John Goldsby stellte eine Illustration der tatsächlichen Komposition mit Erklärungen der musikalischen Struktur zur Verfügung, die die vier Stadien der Lebensspanne widerspiegelte. Die von Julia Goldsby entworfene Illustration zeigte einen feinen Sinn für Humor.

Das Stück begann mit einem zarten afrikanischen Beat gefolgt von einem Posaunensolo mit weichen und mystisch gedämpften Schwung, welches den  Beginn des Lebens wiederspiegelte. Während des gesamten Stücks fühlt sich der Zuhörer fast so, als würde er durch die Zeit reisen, durch die Lebensphasen, von der Geburt bis zum Ende des Lebens, eine ganze Landschaft von vorübergehendem Zustand. Ein Highlight des Stücks war das Mini-Duett zwischen Bass und Posaune.

Die knapp 200 Zuschauer gingen bis zum Schluss mit dem Rhythmus mit, als der Pianist Forian Ross den letzten Takt einer tickenden Uhr schlug.

Unsere nächste Veranstaltung am 4. Mai 2018 ist eine Kunstausstellung und ein Vortrag von Dr. Christian Haass über Neurodegeneration. Es lohnt sich auf jeden Fall vorbei zu kommen.

(Helen Antebi)

Age Art: 7.April 2017

Das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns blickt stolz auf die erste AGE ART Veranstaltung zurück. Der öffentliche Vortrag und das Konzert fanden am 7. April um 19:00 statt. Mehr als 180 Besucher füllten unser Auditorium.
Das Publikum bestand aus Studenten, Mitarbeitern aus dem wissenschaftlichen Umfeld, Künstlern, Musikern, Politikern und weiteren interessierten Zuhörern.
Wir möchten uns bei Linda Partridge für ihre einleitenden Worte sowie auch den anderen Helfern bedanken, die diese Veranstaltung zu einem vollem Erfolg gemacht haben.

Die Veranstaltung startete mit einem Stück von Louis Spohr, Variationen der "Je suis encore dans mon printemps“, aufgeführt von der talentierten jungen Harfenistin Jie Zhou. Die Harfe ist bekannt dafür das Nervensystem zu beruhigen und das Immunsystem zu stimulieren.
Dieses bot einen gekonnten Übergang zu unserer Gastsprecherin Prof. Maria Leptin, welche anschließend einen humorvollen Vortrag über das Altern und die Alternsforschung hielt.

Der zweite Teil der Veranstaltung beinhaltete drei deutsche Lieder gesungen von einem jungen Bariton, Joel Urch, begleitet von Harfenistin, Zhou.
Die Akustik hätte den freien Raum kaum angenehmer ausfüllen können als durch den warmen Klang des Bariton und der schwingenden Harfe.

Der Höhepunkt des Abends war die Vorpremiere eines lyrischen Theaterstückes geschrieben von Camille van Lunen “Über das Hören” eine Allegorie von Bariton, Harfe und dem Schauspieler Hans Schneiderhans mit einem Text “On Listering”.

Ausschnitte von Mozart, Goethe und aleatorische, mündliche Strophen wurden wunderbar verflochten zu einem großartigen Abend von Wissenschaft und Musik.

Wenn Sie über kommende Events an unserem Institut informiert werden wollen, kontaktieren Sie uns bitte über presse(at)age.mpg.de und wir werden Ihre E-Mail Adresse in unseren Event Newsletter aufnehmen.

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