Institutübergreifender Workshop zu guter wissenschaftlicher Praxis

Postdoktorand:innen und Ombudsleute aus drei Max-Planck-Instituten diskutierten über Forschungsintegrität und neue Herausforderungen.

Zum ersten Mal kamen Postdoktorand:innen aus drei Max-Planck-Instituten – dem Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, dem Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und dem Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung – am MPI AGE zu einem gemeinsamen Auffrischungsworkshop zum Thema „Good Scientific Practice“ (GSP) zusammen. Die Veranstaltung bot einen wertvollen Rahmen für den Austausch zwischen den Instituten und Forschungsdisziplinen und stärkte den Dialog über gemeinsame Standards und Verantwortlichkeiten in der wissenschaftlichen Arbeit.

Der interaktive Workshop unter der Leitung von Gabriella Lundkvist verband kurze thematische Beiträge mit Live-Quizzen über Mentimeter und Gruppendiskussionen. Zu den wichtigsten Themen gehörten wissenschaftliches Fehlverhalten, Dokumentation, Datenanalyse, Autorschaft, Interessenkonflikte, Betreuung und die Bedeutung der angemessenen Würdigung anderer. Besondere Aufmerksamkeit galt Forschungsverzerrungen und den Herausforderungen einer objektiven Datenanalyse, einschließlich Praktiken wie P-Hacking, Cherry Picking und HARKing (Hypothesizing After the Results are Known).

Ein besonderes Highlight des Workshops war die gemeinsame Podiumsdiskussion mit den drei Ombudspersonen des Instituts – Heiko Backes, Franziska Turck und Jorge Boucas –, die sich zum ersten Mal gemeinsam in einen offenen Dialog mit den Teilnehmenden begaben. Im Mittelpunkt der Diskussion standen vor allem Whistleblowing, institutionelle Verantwortung und die Bedeutung der Förderung von Forschungsumgebungen, in denen Bedenken offen, sicher und konstruktiv geäußert werden können.

Während des gesamten Workshops wurde deutlich, dass gute wissenschaftliche Praxis nicht nur ein formaler Rahmen ist, sondern eine lebendige Verantwortung, die ständige Reflexion und aktives Engagement im Forschungsalltag erfordert. Die Diskussionen betonten auch die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Dialogs angesichts der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Praxis, insbesondere im Lichte sich rasch entwickelnder Technologien wie künstlicher Intelligenz.

Die Veranstaltung endete mit einem Gastvortrag von Evita Milan (Steinbeis), die sich mit dem Einsatz von KI in der Wissenschaft und den Auswirkungen des EU-KI-Gesetzes befasste und dabei etablierte Prinzipien der Forschungsintegrität mit neuen regulatorischen und ethischen Herausforderungen verband.

Die Organisatorinnen – Gabriella Lundkvist, Francesca Stomeo und Anna Sieben – möchten sich bei allen Teilnehmern für ihr aktives Engagement und ihren Beitrag zu einer äußerst erfolgreichen und aufschlussreichen Veranstaltung bedanken.

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