Was ist Altern?

Es heißt, das Alter sei nur eine Zahl. Und das stimmt. Ob bzw. ab wann jemand alt ist, kann überhaupt nicht beantwortet werden, denn dies ist ein rein subjektives Gefühl. Man ist eben nur so alt, wie man sich fühlt. Seit Jahren steigt die durchschnittliche Lebenserwartung und hat sich in den Industrieländern in den letzten 120 Jahren sowohl für Männer als auch für Frauen verdoppelt [1]. In Deutschland liegt die Lebenserwartung für neugeborene Mädchen bei über 83 Jahren und für neugeborene Jungen bei über 78 Jahren [2]. Darüber hinaus gibt es heute weltweit mehr als 500.000 Menschen, die 100 Jahre oder älter sind - eine Zahl, die sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht hat [3]. Den Altersrekord hält die Französin Jeanne Louise Calment: Sie starb am 4. August 1997 im Alter von 122 Jahren und 164 Tagen. Tatsächlich betrachten viele Forschende ein Alter von etwa 120 Jahren als eine natürliche Obergrenze für den Menschen [4]. Dies beruht auf der Beobachtung, dass die durchschnittliche Lebenserwartung im letzten Jahrhundert zwar zugenommen hat, die maximale Lebenserwartung sich jedoch nicht verändert hat und nahezu konstant bei etwa 120 Jahren liegt.

Alter und Altern sind jedoch zwei verschiedene Dinge. Das Alter ist zunächst nur eine Zahl und wird oft subjektiv beurteilt. Das Altern hingegen ist ein Prozess, der beobachtet und wissenschaftlich beschrieben und definiert werden kann. In der Alternsforschung wird Altern definiert als fortschreitender Verlust der physiologischen Unversehrtheit, der zu Funktionsbeeinträchtigungen und erhöhter Anfälligkeit zu sterben führt [5].

Die klassischen, nachweisbaren Alterungsprozesse wie das Auftreten von Falten und die Abnahme von Leistungsfähigkeit und Ausdauer treten etwa ab einem Alter von 20 Jahren auf. Wie schnell und kontinuierlich der Alterungsprozess verläuft, wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Genetische Faktoren bestimmen den Alterungsprozess eines Menschen zu etwa 10-15 Prozent [6]. Weitere Faktoren sind der individuelle Lebensstil und äußere Umwelteinflüsse.

 

Weiterführende Literatur:

Quellen:

  1. Max Roser, E.O.-O.a.H.R. Life Expectancy. Our World in Data 2013.
  2. Statistisches Bundesamt (Destatis). Durchschnittliche Lebenserwartung (Periodensterbetafel). 2020.
  3. Duffin, E. Number of centenarians worldwide 2010-2100. 2019.
  4. Dong, X., B. Milholland, and J. Vijg, Evidence for a limit to human lifespan. Nature, 2016. 538(7624): p. 257-259.
  5. López-Otín, C., et al., The hallmarks of aging. Cell, 2013. 153(6): p. 1194-217.
  6. Melzer, D., L.C. Pilling, and L. Ferrucci, The genetics of human ageing. Nature Reviews Genetics, 2020. 21(2): p. 88-101.

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