Was ist altern?

Kurz gesagt: Altern ist der allmähliche Verlust natürlicher Körperfunktionen im Laufe des Lebens. Dabei sammeln sich Schäden in Zellen, Geweben und Organen an, die mit der Zeit schlechter repariert werden. Dadurch steigt das Risiko für viele Krankheiten. Wie schnell dieser Prozess abläuft, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

Der Begriff „Altern" wird in der Alternsforschung definiert als der schrittweise Abbau der natürlichen Funktionen unseres Körpers. Dadurch nehmen funktionelle Einschränkungen zu, die Anfälligkeit für Krankheiten steigt und auch das Sterberisiko erhöht sich. Altern ist der Hauptrisikofaktor für zahlreiche Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen oder Krebs. Verantwortlich für den Funktionsverlust ist die Anhäufung von Schäden an Erbsubstanz, Zellen und Geweben, die mit zunehmendem Alter immer schlechter repariert werden können (siehe „Wie altern wir?“). Das Altern ist ein komplexer Prozess, der auf molekularer Ebene in unseren Zellen, in den Geweben und Organen unseres Körpers stattfindet. (Lopez-Otin C et al., 2013)

Alter und Altern sind zwei verschiedene Dinge. Das Alter ist zunächst eine Zahl und beschreibt, wie viele Jahre seit der Geburt vergangen sind. Altern ist hingegen ein biologischer Prozess, der beobachtet, gemessen und wissenschaftlich beschrieben werden kann (siehe „Wie kann man das biologische Alter messen?“).

Altern verläuft nicht bei allen Menschen gleich schnell und auch in der Natur gibt es große Unterschiede. Während Fruchtfliegen meist nur wenige Wochen und Mäuse wenige Jahre leben, können Grönlandwale vermutlich über 200 Jahre alt werden (Firsanov D et al., 2025). Auch Organismen wie Nacktmulle, langlebige Schildkrötenarten oder Süßwasserpolypen der Gattung Hydra sind in der Alternsforschung von Interesse, da sie außergewöhnliche Eigenschaften in Bezug auf Langlebigkeit, Regeneration oder altersbedingte Funktionsverluste zeigen (Ma S and Gladyshev VN, 2017Tian X et al., 2017). Solche Beispiele aus der vergleichenden Alternsforschung helfen dabei, biologische Mechanismen zu identifizieren, die Alterungsprozesse beeinflussen können.

Aktualisiert am 26.6.2026

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Quellenangaben:

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