Was passiert im Alter in unserem Körper?

Jeder kennt die klassischen, sichtbaren Zeichen des Alterns: Falten, die ersten grauen Haare und Augen, die zunehmend schlechter werden. Doch auch innerlich altern wir und die Funktion vieler Organe nimmt langsam ab. Bereits ab einem Alter von 20 Jahren können sich die ersten Alterserscheinungen des menschlichen Körpers bemerkbar machen.

Unsere Haare werden grau, da die Melaninproduktion nachlässt und später sogar ganz aufhört [Fernandez‐Flores et al. 2019]. Falten werden sichtbar, weil die Haut durch den Verlust von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure an Elastizität verliert [Lapiere, 1990]. Die Anzahl der Haarzellen in der Gehörschnecke (Cochlea) sinkt, wodurch wir hohe Töne immer schlechter wahrnehmen können [Huang & Tang, 2010]. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Verdickung der Augenlinse und einem Verlust der Linsenflexibilität, was die Akkommodationsfähigkeit des Auges einschränkt (Presbyopie) und das Lesen erschwert [Glasser & Campbell, 1999; Rich & Reilly, 2022].

Ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Elastizität des Knorpels langsam ab. Bestimmte Bewegungen werden schwieriger und unsere Gelenke werden steifer. Ab diesem Zeitpunkt werden auch die Bandscheiben dünner [Hudelmaier et al., 2001; Mirahmadi et al., 2017]. Unsere Knochen beginnen, schneller ab- als aufgebaut zu werden, wodurch die Knochendichte langsam geringer wird und unsere Knochen leichter brechen [Chan & Duque, 2002].

Das Gehirn baut ab dem 40.-50. Lebensjahr langsam Masse ab [Hedman et al., 2011]. Dadurch werden Signale schlechter weitergeleitet und es kommt zu einem langsamen Rückgang der kognitiven Fähigkeiten [Mattson & Arumugam, 2018].

Unsere Ausdauer nimmt ab, weil die Anzahl der Lungenbläschen zurückgeht, was zu einem geringeren Atemvolumen und weniger Sauerstoff im Blut führt [Astrand et al.,1973; Suki et al. 2022]. Ab dem Alter von circa 40 Jahren nimmt die Muskelmasse ab und der Körper verschiebt sein Muskel-Fett-Verhältnis in Richtung Fett [Evans & Campbell, 1993; Bektas et al. 2018]. Der Alterungsprozess macht sich auch durch die Verkalkung der Blutgefäße bemerkbar, wodurch sich der Blutdruck erhöht. Durch die Abnahme an Herzmuskelzellen und Zunahme von Bindegewebe wird die Leistung des Herzens schwächer [Ribeiro et al., 2023]. Organe wie die Niere und die Leber beginnen weniger effizient zu arbeiten, was bedeutet, dass die Entgiftung des Körpers langsamer wird [Wynne et al., 1989; Denic et al., 2015].

Unsere Blase wird weniger elastisch und kann nicht mehr so viel Urin speichern. Der Harndrang erhöht sich und die Entleerung ist weniger effizient, sodass ein größeres Restvolumen in der Blase zurückbleibt [Madersbacher et al., 1998]. Bei Frauen verringert sich die Fruchtbarkeit ab Ende 20 allmählich und nimmt nach dem 35. Lebensjahr deutlich schneller ab [Rothman et al., 2013]. Bei Männern kommt es ab einem Alter von etwa 40 Jahren zu einem kontinuierlichen Rückgang des Testosteronspiegels sowie zu einer Abnahme der Spermienbeweglichkeit [Harman et al., 2001; Kidd et al., 2001].

Die Neubildung bestimmter Immunzellen wird weniger und das Immunsystem kann Infektionen nicht mehr so schnell und effizient bekämpfen [Goyani et al. 2024].

Durch die verminderte Funktion unserer Organe mit zunehmendem Alter werden neurodegenerative Krankheiten wie Demenz (z.B. Alzheimer), Parkinson, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs immer häufiger, um nur einige der häufigsten altersbedingten Erkrankungen zu nennen [Bektas et al. 2018, Lakatta et al. 2003, Partridge et al. 2018].

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Quellenangaben:

 

Aktualisiert von Teresa Schiffer, 07.04.2026

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